Montag, 3. Juni 2013

# 15 - Whitehorse - Skagway

The sun is back. Heute morgen strahlte sie wieder vom Himmel, auch wenn das Thermometer deutlich weniger Grad anzeigt. Wir haben also bei schönem Wetter und nur wenigen weißen Wölkchen am Himmel den gastfreundlichen Schweizer Campground verlassen und sind auf den Klondike Highway abgebogen.
Im Reiseführer wurde diese Strecke zwischen Alaska Highway und Skagway als zu den schönsten des kanadischen Nordens gezählt and by the hell: it´s true!!!

Erste Station war der für sein türkisfarben leuchtendes Wasser berühmte Emerald Lake.




Die tolle Farbe entsteht, weil das Sonnenlicht eine weiße Schicht eines Calciumcarbonats auf dem Seegrund reflektiert. 

Weiter geht es ins Carcross Desert, ein 260 ha großes Dünengebiet, die "kleinste Wüste der Welt".
Es schaut zwar aus wie eine Wüste, tatsächlich sind die Sanddünen aber die Überreste eines Gletschersees. 








"To see a world in a grain of sand and a heaven in a wildflower;
hold infinity in the palm of your hand an eternity in an hour."
                                                                                              (William Blake)


Die nächste Station war das hübsche Städtchen Carcross. Unter anderem fährt hier die historische Eisenbahn den White Pass & die Yukon Route entlang. Der historische Bahnhof wurde wieder aufgemöbelt und die Waggons sehen gar nicht mal so unbequem aus.








Eine nette kleine Bäckerei mit Cafe gab es auch und die Verkäuferin war eine junge Französin, die in Quebec studiert und für einige Monate in Carcross jobbt. So treffen sich alle europäischen Nationen im Norden Kanadas :)



Wenig Glück hatte der Investor für den Wiederaufbau eines antiken Schaufelraddampfers aus der Zeit des Goldrush, der eine zusätzliche Attraktion für das Örtchen werden sollte. 1990, kurz vor Fertigstellung der Restauration, ging das Schiff in Flammen auf. Jetzt ist es eine Ruine und der Investor pleite. Pioniergeist wird eben nicht immer belohnt.





Auf den jetzt folgenden Kilometern verführten spektakuläre Landschaftspanoramen ständig zum Anhalten und Fotografieren.




Je weiter wir in die Höhe kamen, desto mehr verwandelte sich die Strecke in eine Winterlandschaft.









Am geografischen Übergang vom Yukon Territory nach Alaska wurde dann auch nochmal der Frauen und Männer gedacht, die auf den Trails über dieses Gebirge während des Goldrauschs ihr Leben verloren. Da wir gerade "Alaska Kid" von Jack London gelesen haben, können wir uns in etwa vorstellen, was diese Menschen hier bei diesen Wetterverhältnissen geleistet haben. Sie mussten nicht nur sich und ihre Ausrüstung über die Gebirge bringen, sondern an der kanadischen Grenze auch Verpflegung für ein ganzes Jahr nachweisen. So musste dieser Weg also mehrfach bewältigt werden, um die ganze Ladung über die Berge zu bringen. Wer genug Geld hatte, bezahlte Träger für diese Arbeit. Die Indianer lernten aber auch sehr schnell das Prinzip von Angebot und Nachfrage und so stiegen die Preise für die Lastenträger immer weiter in die Höhe.
Wenn man sich vorstellt, was diese Männer und Frauen hier geleistet haben und was dann der oft enttäuschende Lohn im Klondike war...

Nach wildlife haben wir natürlich auch wieder eifrig Ausschau gehalten:



Neben ein paar weiteren Bergziegen sahen wir solche Bären:


und solche:


und auch solche:



Die Einreise in die USA war, wie erwartet, eher aufwändig. Kurze Fragerunde am Truck, dann Truck parken und ins Gebäude kommen. Die letztes Jahr ausgefüllte (und bezahlte) ESTA-Erklärung gilt nur für die Flug- und Seeeinreise, nicht für den Landweg. Also, wie früher das grüne Formular ausfüllen, Finger- und Augenscan abgeben und natürlich jeder 6 bucks zahlen. Aber sehr freundlich war der Chef und Barack Obama und Joe Biden hingen auch an der Wand.
So sind wir jetzt also wieder mit allen Stempeln versehene legale Besucher der Vereinigten Staaten und das bleiben wir die nächsten Tage auch.

Skagway ist ein hübsches Städtchen, welches wir uns morgen genauer ansehen werden. Hier legen allerdings auch die Kreuzfahrtschiffe an und die ersten Ausflugsbusse des derzeit vor Anker liegenden Schiffes haben wir schon gesichtet. In Skagway liefen sie mit Namensschildchen auf der Jacke rum (grusel).

Wir haben uns für heute einen ruhigen Campground im National Historic Park gesucht und werden gleich den amerikanischen Grill (die sind besser als die kanadischen) anwerfen.

Bis morgen
Christine und Kurt











Samstag, 1. Juni 2013

#14 - Atlin - Whitehorse

Heute morgen war es bei 4 Grad stark bewölkt in Atlin. Der Regen hatte über Nacht aufgehört und immerhin sah man wieder die Berge und unser Adler "Eddy" war auch wieder zur Stelle.




Er findet das Wetter scheinbar auch zum Schreien und hatte sich über Nacht wohl ein trockeneres Plätzchen gesucht.

Auf unserem Weg zurück zum Alaska Highway verfinsterte sich der Himmel immer weiter und dann fing es wieder leicht an zu regnen. Immerhin konnten wir im Regen noch einen weiteren Vielfraß erkennen und die Bergziegen klebten auch wieder am Felsen. Direkt vor der Kreuzung zum Alaska Highway sahen wir einen Wolf am Waldrand stehen, der uns aufmerksam beäugte und sich dann wieder in den Wald verzog.

Etwa 30 km vor Whitehorse, direkt hinter dem Marsh Lake, überquerten wir dann erstmals den legendären Yukon River. Die Ortsbezeichnung Whitehorse geht auf die hochaufschäumende Gischt der einst gefürchteten Stromschnellen zurück. Sie erinnerte die Goldsucher, die den Yukon auf ihrem Weg nach Dawson City befuhren, an die wehende Mähne eines Schimmels. Viele der unerfahrenen Bootsführer kamen in den Stromschnellen des Yukon zu Tode. 
Heute ist Whitehorse ist die Hauptstadt des Yukon Territory und da wir ja von Whitehorse abfliegen, werden wir uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt an unseren letzten beiden Tagen anschauen. Heute sind wir nur mal kurz durch das Städtchen gefahren, haben unsere Vorräte aufgefüllt und unseren schon wieder komplett versifften "Red Bull" kurz abgespritzt.

Jetzt sind wir auf dem Caribou RV Park an der Kreuzung zum Klondike Highway, der uns morgen nach Skagway in die USA führen wird. Der Campground wird von einem Schweizer geführt, das angeschlossene Restaurant bietet Schweizer Spezialitäten plus Westernfood an und fast alle Gäste sind auch aus der Schweiz. Das merkt man dann auch an sanitären Einrichtungen europäischen Standards: sauber, heiß, groß und im Preis inbegriffen!! Der Chef, Martin, kommt aus Appenzell.

Inzwischen traut sich die Sonne auch wieder raus und der Wetterdienst verspricht Besserung ab morgen. Jetzt gibt es gleich Spareribs und deshalb muss es für heute reichen.

Bis morgen
Christine und Kurt


#13 - Timberpoint Campground - Atlin

Raindrops are falling on my head........

Gestern noch vom Sommerwetter geschwärmt - prompt fiel heute Nacht die Temperatur und seit heute Mittag regnet es ununterbrochen. 

Wir sind vom Alaska Highway abgebogen und haben einen Abstecher (ca. 90 km) nach Atlin gemacht.
Atlins tolle Lage vor einem grandiosen Gebirgspanorama am Atlin Lake, dem größten natürlichen See in British Columbia, bescherte dem Städtchen nach dem turbulenten Goldrausch von 1898/99 eine frühe touristische Blüte. Über die Bahnverbindung Skagway-Whitehorse gelangten die Reisenden von Carcross mit einem Raddampfer über den Süden des Tagish Lake nach Taku Landing, von wo es per Dampfross auf einer 4 km-Trasse nach Scotia Bay und weiter per Boot nach Atlin ging. Was eine anstrengende Reise! Von 1917 bis 1936 verkehrte auf dem letzten Teilstück dieser Strecke der Raddampfer SS Tarahne, der immer noch erstaunlich gut erhalten im Ort am Seeufer liegt.


Auf der Strecke haben wir heute ganz weit oben in den Bergen Bergziegen mit Jungen gesichtet.
Leider sind sie trotz Tele :) ziemlich klein geblieben.




Atlin selbst ist ein schmucker kleiner Ort, der im Sommer sicher von reichlich Touristen besucht wird.

Es wird noch immer nach Gold gegraben, angeblich von Firmen mit entsprechendem Gerät auch immer noch mit einigem Erfolg. Wir sind am Friedhof für die Pioniere Atlins vorbei gekommen. Dort liegen all die Goldsucher, Minenarbeiter, Flieger etc. und deren Familien, die in Atlin ums Leben gekommen sind. Viele von ihnen stammten aus Europa, auf der Suche nach dem großen Glück im Norden.










Jetzt sind wir auf einem privaten Campground direkt am Atlin Lake, haben theoretisch direkt vor der Türe einen wunderschönen Ausblick auf die Bergkulisse und sehen: nichts. Alles ist regenverhangen und etwas trostlos. Direkt gegenüber ist eine weitere katholische Missionskirche, diese ist aber fest verschlossen und offensichtlich nicht zu besichtigen.



Und über uns auf einem hohen Pfahl wird der Campground doch tatsächlich bewacht und wir wollten unseren Augen nicht trauen, als uns der Camphost darauf aufmerksam machte, von einem Weißkopfseeadler, der von ihm "Eddy the eagle" getauft wurde. Er verbringt hier wohl einen Großteil seiner Zeit und wir können ihn in Ruhe beobachten.



Morgen geht es, bei hoffentlich wieder besserem Wetter, weiter nach Whitehorse und da sollte es auch wieder eine Möglichkeit geben, den Blog online zu stellen.

Bis dann
Christine und Kurt


#12 - Nugget City - Timberpoint Campground

Gestern haben wir auf der Fahrt ein uns unbekanntes Tier gesichtet, welches wir heute im Yukon Naturführer identifizieren konnten:


Der Vielfraß (Wolverine) ist eines der geheimnisvollsten Säugetiere des Yukons. Er ist sehr schwierig zu beobachten und wir konnten ihn leider nicht selbst fotografieren.

Heute  haben wir zunächst die RV-Waschvorrichtung des Campgrounds genutzt um unseren "Red Bull" etwas zu entstauben, danach ging es weiter auf dem Alaska Highway in Richtung Whitehorse und heute Abend sieht er wieder aus wie vorher: staubig.



Unterwegs gab es mehrfach Streckenabschnitte, die so staubig waren, dass man, wenn Autos entgegenkamen, kaum noch die Hand vor Augen sehen konnte.

Zwischendurch gab es auch auf dieser Strecke schöne Abschnitte, die wir uns bei strahlendem Sonnenschein anschauten.









In Teslin (400 Einwohner), einer Siedlung der Tlingit Indianer, sind wir auf eine kleine katholische Kirche gestoßen, die uns sehr beeindruckt hat. Offensichtlich hat hier Ende des 19. Jahrhunderts ein Missionar diese Gemeinde aufgebaut. Die Kirche sieht noch ziemlich neu aus und verbindet christliche und indianische Motive.










Als wir wieder aus der Kirche kamen, begrüßte uns eine Frau aus dem Pfarrhaus, die sich als Trudy vorstellte und ein großes Kreuz auf der Brust trug. Sie war sehr freundlich, freute sich über unseren Besuch und erzählte, dass ihre Vorfahren aus dem Schwarzwald stammen. Das war eine sehr nette Begegnung.

Wir entschieden uns heute für einen kleinen Campground, den Privatleute auf ihrem Seegrundstück eingerichtet haben. Der See ist mit Eisschollen bedeckt und wir haben uns heute Nachmittag bei 25 + X Grad gesonnt. Und das so weit im Norden. Damit hatten wir nicht gerechnet. In unserem Gepäck liegen unbenutzte Fließhemden, Mützen, Handschuhe etc.

Den Platz teilen wir uns mit nur einem weiteren Camper, die großen Ami-Busse haben uns wieder verlassen.





Unser WC-Häuschen :)


Wenn man am See steht, hört man das Knistern und Knacken der Eisschollen.

Bis morgen
Christine und Kurt