Mittwoch, 29. Mai 2013

# 12 - Boya Lake PP - Watson Lake / Nugget City







Heute haben wir den traumhaften Platz am Boya Lake verlassen und sind nach weiteren 100 KM auf dem wundervollen Cassiar Highway bei der Junction 37 auf den Alaska Highway getroffen. Der ca. 2.230 km lange Alaska Highway ist die Verbindungsstraße zwischen Dawson Creek in British Columbia und Delta Junction in Alaska. Der Plan, eine durchgehende Straße nach Alaska zu bauen, reicht bis in die Zeiten des Goldrausch zurück. Alle Pläne scheiterten aber am Widerstand der Kanadier, die sich vor einem unkontrollierten Eindringen des am Landweg nach Alaska interessierten Nachbarn USA fürchteten. Was in Friedenszeit unmöglich war, gelang schließlich innerhalb eines Jahres nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour im Dezember 1941. Die Nachschubstraße sollte den US-Staat im Norden gegen eine damals befürchtete japanische Invasion sichern helfen.
Knapp 20. 000 US-Soldaten bauten die Trasse trotz schwieriger äußerer Bedingungen und die Auswirkungen auf den Norden waren bereits während der Bauzeit beträchtlich. Im Visitor-Center wurde das so ausgedrückt: "Danach war der Norden für immer verändert".




Heute ist der Alaska-Highway eine recht viel befahrene Straße mit vielen Trucks aber auch die Dichte an Wohnmobilen hat enorm zugenommen. 


Wir haben uns in Watson Lake wieder neu mit Lebensmitteln eingedeckt und den Sign Post Forest besucht. Während der Bauarbeiten des Alaska-Highways hat ein US-Soldat aus Heimweh ein Ortsschild seines Heimatortes Danville, Illinois aufgestellt. Andere Arbeiter, Lastwagenfahrer und später Touristen folgten seinem Beispiel und daraus entstand ein Wald von inzwischen über 72.000 Schildern.







Kurt mit seinem alten Autoschild und dem Eintracht-Adler:


Die Schweiz ist auch sehr häufig vertreten:






Anschließend besuchten wir noch das Northern Lights Centre, wo in einer runden Kuppel eine Show zum Thema "Nordlichter" gezeigt wurde. Da das Centre mit sehr bequemen Liegestühlen ausgestattet ist um in die Kuppel schauen zu können, nutzte der ein oder andere die Vorführung für ein kleines Nickerchen :)
An der Show lag es aber nicht, die war durchaus eindrucksvoll.

In Nugget City suchten wir uns einen kommerziellen Campground, der zwar nicht besonders schön, dafür aber mit guten Duschen (war dringend nötig), Waschsalon (ebenso) , Dump Station für das Abwasser und nicht zu vergessen W-Lan ausgestattet ist.

Umgeben sind wir hier von einer Reihe von riesigen Wohnmobilen, besetzt mit jeweils einem weißköpfigen, amerikanischen Rentnerpaar, meistens noch mit einem kleineren Hund und einem angehängten PKW. Laut Nummernschild kommen sie aus Alaska und wollen wahrscheinlich irgendwo in südlichere Gefilde?? Zwischen den Monster-Wohnmobilen wirkt unser schöner Truckcamper wie ein kleiner Floh. Das ist ein etwas anderes Camper-Klientel als die letzten Tage.

Morgen geht es dann weiter in Richtung Whitehorse auf dem Alaska Highway.

Bis dann
Christine und Kurt




#11- Boya Lake Provincial Lake

Süßes Nichtstun...

Ausgeschlafen, in der Sonne gefrühstückt, den ganzen Campground für uns gehabt, gewandert, fotografiert, gelesen, gespielt, die Landschaft und die Sonne genossen, gegrillt - die Seele baumen lassen.














So schöne Campgrounds...

Morgen geht es weiter. Bis dann.
Christine und Kurt









#10 - Kinaskan Lake PP - Boya Lake Provincial Park

Noch ein paar Impressionen als Nachtrag zum wunderschönen gestrigen Abend am Kinaskan Lake:

















Und heute am Morgen dann wieder so schöne Aussichten aus dem Camper:


Dafür gab es heute kein Frühstück: Die Gasflasche war leer und die 2. wollte zunächst auch nichts hergeben. Also haben wir uns auf den Weg zu unserer nächsten Station gemacht und wollten unterwegs die Flasche auffüllen, denn nach Adam Riese: 1 Flasche reicht für 1 Woche, dann reichen 2 Flaschen nicht für 3 Wochen :)

Die nette deutsche Auswander-Rangerin aus Ulm hatte uns schon vorgewarnt, dass die Seen auf unserer heutigen Strecke noch nicht eisfrei sein werden und so war es dann auch. Das Eis ist zwar schon aufgebrochen, bedeckt aber in Schollen noch Teile der Seen oder ganze Teilbereiche sind auch noch geschlossen. Unterwegs erzählte uns noch eine Verkäuferin in Jade City, dass es letzte Woche noch geschneit habe. Der Clou ist aber, dass es eine Außentemperatur von heute 23 Grad Celsius hatte und dieser Kontrast ist sehr angenehm.Die Luft ist frisch und die Sonne sehr warm auf der Haut. Perfekt!!


 



Außentemperaturanzeige des Trucks







In dem Ort Dease Lake gibt es eine Großtankstelle und einen Shop. Wir tankten und fragten die Lady an der Kasse nach Propane Gas. Nun muss man dazu sagen, dass die Nordländer hier in ihrer Mehrzahl ein anderer Schlag sind, als die Kanadier aus dem Süden oder gar die Amerikaner aus dem Kernland. Ein gewisse Wortkargkeit ist häufig zu beobachten. Die Antwort fiel entsprechend aus: "We don´t have. But Charlie has" und drückte mir eine Visitenkarte in die Hand. Wir fuhren also die 3 KM zu Charlie´s Shop (Automotive Repair, Tire Repair and much more...) und kamen auf einem Schrottplatz an. Überall Autoleichen und viel Gerümpel, zwischendrin eine Wellblechhalle. Von dort kam uns ein verdreckter Schrottler entgegen: "Howdy! What can I do for ye?" Herrlich!! Er hatte aber tatsächlich einen Propanetank und für 25 bucks füllte sein Lehrling uns die Flasche wieder auf.

Auf der weiteren Fahrt zum Boya Lake kamen wir noch in Jade City vorbei. Hier, wie auch im Yukon und in Alaska, wird der Welt bester Jadestein abgebaut, wie wir gelernt haben in Chile verarbeitet und dann hier wieder verkauft (wie unsere Nordesskrabben, die in Marokko gepult werden und an der Nordseeküste als frische Krabben verkauft werden). Trotzdem wurde jemand von uns fündig und erstand schöne Ohrringe und einen Anhänger, die genau zum neuen Sommerkleid passen :)

Der Boya Lake Provincial Park ist der nächste wunderschöne Campground, wir haben wieder einen traumhaften Platz mit Blick über den See und haben uns entschlossen, auch morgen auf diesem Platz zu bleiben.Wir sind heute schon einen Trail am See entlang gegangen und morgen kommt ein längerer in die andere Richtung dran.

Das Feuerchen hat natürlich wieder gebrannt und es gab Pork Chops mit Folienkartoffeln und Salat. Paradiesisch!! Und wer kam dann noch vorbei? Unser deutsches Rentnerpärchen aus Berlin (wie wir mittlerweile gelernt haben). Also haben wir unsere Erlebnisse der letzten Tage ausgetauscht und das war auch sehr nett. Die Beiden müssen aber morgen schon weiter, denn sie haben den Camper nur 2 Wochen und sind dann noch 1 Woche mit Mietwagen und 1 Woche auf der Inside Passage unterwegs.

Ach ja, der Tierbericht fehlt noch. Nachdem wir gestern so verwöhnt wurden war es heute etwas mager und wir können nur 2 Cariboos unserer Liste hinzu fügen.





Und dann sind wir noch auf einen einhornigen Hirsch gestoßen, der bei einem blutigen Kampf mit einem riesigen Grizzlybär die zweite Hälfte seines Geweihs verlor:




Und noch ein paar Impressionen vom Boya Lake




















# 9 - Stewart - Kinaskan Lake Provincial Park

Kleiner Nachtrag zu Stewart: Heute sind wir nochmal in den Ort gefahren. Wir hatten gestern schon mitbekommen, dass heute von 6.00 Uhr bis 18.00 Uhr der Strom abgestellt sein würde, hatten unser Tanken also schon verworfen, wollten aber noch einige Lebensmittel auffüllen. Der Lebensmittelladen war uns gestern schon aufgefallen und wir hatten keine großen Erwartungen. Außerdem ist heute noch Sonntag und tatsächlich, der Laden war zu. Ein paar Meter weiter war aber noch ein grün-gelb gestrichenes Haus mit einem Laden, der geöffnet hatte. Ein paar Männer saßen in einer Art Vorraum und tranken Tee und irgendetwas von Lebensmitteln stand auch auf einem Schild. Wir also rein. Im ersten Raum gab es Getränke, Chips, einige Hygieneartikel und verschiedene Kleinigkeiten. Der Raum öffnete sich aber in einen nächsten und noch einen weiteren. Da gab es dann auch Kühltheken mit Obst und Gemüse, Milchprodukte, Käse, Tiefkühlprodukte, Kaffee und vieles mehr. Eigentlich alles, was das Herz so begehrt. Als nächstes fiel uns die Musik und die Sprache aus dem Radio auf - es war ein Schweizer Radiosender. Plötzlich sahen wir auch die Produkte mit anderen Augen. Da gab es Lindt-Schokolade, Nestle-Wasser, Schweizer Würstchen, Appenzeller und Emmentaler Käse (allerdings für 12 Dollar die Packung). Auf Nachfrage erklärte uns die Kassiererin dann, dass der Boss Schweizer sei und Mr. Appenzeller (????) heiße und seine Frau aus Genf komme. 
So verirrt sich also auch noch in die entlegensten Winkel ein Schweizer (oder eine Deutsche, wie später noch zu berichten ist) und wir haben uns sehr darüber amüsiert.



Dann ging es die Stichstraße, vorbei am Bear Glacier, wieder hinauf zum Cassiar Highway und auf diesem bei wundervoll warmen, sonnigen Wetter durch eine grandiose Landschaft.






Auf dem Cassiar Highway ist derzeit kaum Verkehr und man kann ganz entspannt fahren und genießen.

Heute war außerdem ein guter Tag für unsere Tierbeobachtungen. Wir begegneten heute 6 Bären, 2 Murmeltieren und 2 Elchkühen, die besonders scheu und nur selten zu sehen sind.


Ein kleiner "Halbstarker"












Am Kinaskan Lake haben wir für heute einen wunderbaren Platz direkt am See. Es ist absolut ruhig und friedlich. Wir haben die Sonne genutzt und sind ein bißchen am See entlang gelaufen, später gab es dann Pasta mit Vino. Die Rangerin kam vorbei und stellte sich als Auswanderin aus Ulm heraus. Wir haben ein bißchen mit ihr geschwätzt und sie hat uns noch einige gute Tipps gegeben. Sehr nett!!









Kurt hat sich für den Kampf gegen die Moskitos ausgerüstet, die sich hier allerdings wieder im erträglichen Bereich halten....


W-Lan gibt es hier in der Wildnis natürlich nicht, daher muss die Aktualisierung des Blogs noch etwas warten.

Bis dann
Christine und Kurt